For Sale - die Tücken der Nachhaltigkeit

Wenn man versucht, seinen Hausrat zu reduzieren stößt man nicht nur an seine Grenzen, sondern auch auf das Problem mit der Nachhaltigkeit.

Was eigentlich immer zu kurz kommt, wenn alle darüber reden, wie wohltuend es ist, Ordnung zu schaffen, seinen Besitz zu reduzieren und sich von Überflüssigen zu trennen, ist die Tatsache, dass leider noch niemand den Zauberspruch gefunden hat, mit dem das Aussortierte, hexhex, an einen Ort gelangt, wo es benötigt und gewertschätzt wird. Weshalb zwischen dem Aussortieren und dem wohltuenden Effekt noch immer das tiefe Tal des Wartens auf den nächsten Flohmarkt, des Ganges zum Secondhandladen oder des Verkaufs über Ebay-Kleinanzeigen liegt.
 

Ebay-Kleinanzeigen

… ist eine großartige Erfindung, allerdings nichts für Kulturpessimisten. Wer schwache Nerven hat, was Orthografie und Grammatik angeht („intresiere mich für die weise klavierbank“), den nahen Untergang des Abendlandes am Verzicht auf grundlegende Formen der Höflichkeit festmacht („Noch da?“) oder sollte die Finger davonlassen. Allen andern kann man es nur empfehlen, mal abgesehen von der unfreundlichen Erfahrung mit der weißen Klavierbank, deren Abholung von einer Interessentin wochenlang verschoben wurde, während offensichtlich im ganzen Land ein großer Bedarf an weißen Klavierbänken herrscht und trotz des Hinweises „Reserviert“ täglich eine Flut an Anfragen bewältigen und allerorts Trost verteilen muss.

Was den Kleinanzeigen-Verkauf außerdem attraktiv macht

Es ist fast unmöglich, dabei wieder Besitz anzuhäufen. Die meisten anderen Methoden dagegen bergen die Gefahr des Bumerang-Effekts. Zum Beispiel bringt man eine Kiste voller Geschirr zum Kaufhaus der Müllabfuhr und kommt mit einer wunderschönen Porzellanschale mit Fuß sowie einem Kerzenhalter zurück. Typisch auch, dass man auf jedem Flohmarkt, auf dem man einen Stand hat, immer wieder gleich ein paar Dinge in die Kiste zurückwandern, weil sie einem plötzlich wieder unentbehrlich erscheinen. (Spätestens dann, wenn die lauernden Blicke der Vorbeiziehenden zu „ernsthaft“ werden.) Und wenn man im Secondhandladen warten muss, bis die Besitzerin die volle Tasche durchgeschaut hat, entdeckt man sicherlich ein Teil aus den Laden, dem man einfach nicht widerstehen kann.
 

Die Geschichte mit dem Sperrmüll

Selbst eine vermeintlich so einfache Lösung wie Sperrmüll hat ihre Tücken. Man bestellt selbigen und sagt, ganz umsichtiger Bürger, seinen Nachbarn Bescheid, dass sie gerne ihren Kram dazustellen könnten. So fand sich am Abholtag ein manifester Berg an Dingen auf dem Bürgersteig vor dem Haus, von alten Rossignol-Skiern bis zu einem massiven Wohnzimmersessel, gebrochene Liegestühle, ein kaputtes Waschbecken, allerlei Kisten und Krams, gekrönt von einem kleinen CD-Spieler. Am Tag nach der ausgemachten Abholung war der Berg immer noch unberührt… Der Anruf bei der Stadtreinigung klärte auf. Ach, rief man dort, ein Missverständnis! Der Sperrmüll-Termin sei erst in einem Monat, gestern wurde nur Elektroschrott mitgenommen. Und richtig, der CD-Spieler war fort… Von Pein, den Nachbarn gegenüber gerührt, versetzt man nun, mit dem Freund oder der Freundin den Berg in den Hof, bedeckt alles mit Planen und weiß zumindest jetzt, wie schwer das Zeug ist, das man in vier Wochen wieder nach draußen tragen muss. Auf Ebaykleinanzeigisch würde man sagen: „Noch da?“

Und jetzt noch ein paar Tipps… ,dass es überhaupt erst soweit kommen kann

Irgendwann kommen wir ja alle an einen Punkt, an dem wir dringend ausmisten müssen. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist schwierig, da ja immer alle anderen Sachen wichtiger sind. Und wenn keine Sache wichtiger ist – muss man unbedingt an dem nächsten Wochenende mal wieder die Eltern besuchen. Hilft aber alles nichts… auch wenn die Schwiegereltern ebenso besucht werden wollen: Überwinde deinen inneren Schweinehund und nutz das nächste regnerische Wochenende. Augen zu und anfangen!



Ausmisten für Anfänger: Was kann alles weg?

Die Frage ist eigentlich ganz einfach zu beantworten!

• alles, was kaputt ist
• nicht mehr gebraucht wird
• doppelt oder mehrfach im Haushalt vorhanden ist
• nicht mehr passt • du den Gegenstand mittlerweile doof findest
• gar nicht wusstest, dass du es noch besitzt und dich jetzt auch nicht unbedingt über das Wiederfinden freust
• Kosmetika oder Lebensmittel, die abgelaufen sind

Wohin mit dem ganzen Zeug?

Du hast vier Optionen.

Entweder:
• wegschmeißen / fachmännisch entsorgen
• verschenken / spenden
• verkaufen – den verschiedenen Wegen haben wir uns ja bereits gewidmet
• behalten – und zum Beispiel auf dem Dachboden aufbewahren

Unser persönlicher Tipp: Falls dir einige Dinge zu schade sind, um sie einfach wegzuschmeißen – und du sie lieber verschenken möchtest, achte darauf, dass du nicht versuchst, deinen eigenen „Müll“ bei anderen abzugeben. Frage dich dementsprechend, ob die Dinge wirklich noch gut sind, sie anderen Menschen Nutzen bringen, diese die Sachen wirklich haben wollen und sich darüber freuen.

Ausmisten für Fortgeschrittene: Was weg ist, ist weg!

Die Option, deine aussortierten Sachen auf verschiedenen Plattformen zu verkaufen ist ein guter Ansatz.

Aber! Entweder man kommt aus Zeitgründen nicht dazu oder man wird seine Sachen nicht los. Deswegen denke beim Ausmisten immer daran: Was weg ist, ist weg! Du bist es los – und musst dich nie wieder damit ärgern. Und dieses Gefühl kann eventuell viel mehr wert sein, als ein paar Euro damit verdienen zu wollen.





Tipp für Ausmisten-Profis: Falls du dennoch ein paar Sachen verkaufen möchtest, setze dir am besten vorab ein zeitliches Ultimatum! Zum Beispiel: Alles, was in einem Monat nicht weg ist, wird entsorgt.

Aller Anfang ist schwer. Unser ultimativer Ausmisten-Tipp!

So, die Entscheidung ist getroffen, der Plan gemacht, aber jetzt stellt sich die berechtigte Frage: Wo und womit fange ich beim Ausmisten an? Da haben wir einen ultimativen Ausmisten Tipp für dich. Als allererstes solltest du dir einen großen Karton schnappen und ALLE Dekoartikel, Kerzenständer, Figuren & sonstige Wohnaccessoires aus ALLEN Zimmern in diesen Karton räumen.
Mach den Karton zu und stell ihn für 2-3 Wochen beiseite. Das hat nicht nur den Vorteil, dass du ab jetzt viel leichter Staub wischen kannst, sondern auch, dass du die Leere auf den Fensterbänken, Regalen & Tischen erstmal auf dich wirken lassen kannst. Und wer weiß, vielleicht findest du sogar Gefallen daran.
Nach ein paar Wochen darfst du wieder zur Deko-Kiste greifen und die Wohnaccessoires aufstellen, die dich erfreuen und dir am Herzen liegen. Versuche jetzt aber, die Anzahl der Deko-Elemente gezielt zu minimieren – und vielleicht sogar einen neuen Platz für diese auserwählten Herzensstücke zu finden. So schaffst du auch gleichzeitig eine wohnliche Veränderung.

Die „Schätzchen“ dürfen bleiben

Belohnung

Natürlich solltest du dich am Ende deiner Ausmisten Challenge ordentlich belohnen! Aber anstatt, dir etwas Neues zu kaufen, solltest du eher eine nicht-materielle Belohnung in Betracht ziehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Wellness-Wochenende mit deiner Freundin oder Kurzurlaub nur für dich alleine?